Das hässliche Gesicht
Nach langer Zeit wollte ich mal wieder ein Selbstporträt malen – der Anfang meiner „Kreativlaufbahn“ 😉
Ich hatte eine klare Vorstellung im Kopf: Das Bild sollte viele Punkte, Zeitungsausschnitte und Collage-Elemente enthalten.
Doch es kam anders.
Ich begann frei zu zeichnen, spürte das raue Gefühl der Kohle auf dem Papier, und plötzlich lag auch Neonfarben in meiner Hand – grell, fast leuchtend. Warum gerade das? Ich wusste es nicht, doch es fühlte sich richtig an, als würde ich etwas Wahres ausdrücken.

So entstand nach und nach ein Gesicht – nicht schön, nicht sanft, sondern roh und unangenehm. Ein Gesicht, das auffiel, ohne zu gefallen.
Während ich malte, wurde mir klar, wie sehr dieses Bild auch eine Haltung zeigt – eine Haltung, die ich vor kurzem auch im echten Leben brauchte.
Ich musste jemandem sagen, dass mir etwas zu viel wird. Es war kein Streit, nur eine klare Grenze, die ich ziehen musste.
Dabei fühlte ich mich unwohl, als müsste ich ein „hässliches“ Gesicht zeigen – eines, das nicht lächelt, das nicht gefallen will, sondern einfach ehrlich ist.
Dieses Unwohlsein – die Mischung aus Mut und Unsicherheit – kenne ich gut. Vielleicht genau so, wie ich es beim Anblick dieses Bildes fühle.
Und doch liegt in dieser Ehrlichkeit und Klarheit etwas Befreiendes. Etwas Schönes.
So zeigt dieses Bild mehr als nur ein „hässliches“ Gesicht.
Es zeigt Mut, Ehrlichkeit und die Schönheit, die in der Klarheit liegt – auch wenn sie unangenehm ist.





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